Hallo zusammen,
mobbkopf (imported) wrote: Thu Jun 23, 2011 1:46 pm
Du klingst, als hättest Du diesen Weg nicht versucht
An sich hört sich das Gesetzt ja gut und richtig an. Allerdings hätte ich in der Praxis sicherlich vorgeben müssen meinen Trieb so gar nicht unter Kontrolle zu haben und damit dritte zu gefährden. Der Ein oder Andere Erfahrungsbericht dazu ist im Netz zu lesen.
Ich habe mich bereits viele Jahre mit der Thematik beschäftigt. Unter Anderem hatte ich damals auch Kontakt zu dem deutschsprachigen belgischen Cutter in Antwerpen. Ich habe mich aber letztendlich gegen den Eingriff entschieden, da mir die Sache zu dubios war.
Da ich selber im medizinischen Bereich tätig bin, habe ich mich kundig gemacht und letztendlich für mich entschieden die Injektions-Methode für mich vertreten zu können. Damit habe ich einfach nur Fakten geschaffen die letztlich den chirurgen keine Wahl ließen.
Und ganz klar... ich habe Androcour benutzt um eine Testphase zu haben. Und genauso sicher kann ich auch von mir sagen das ich zu der Injektionsmethode nur gegriffen habe mangels realistischer Alternativen.
Rein theoretisch kann Dir jeder Arzt Androcour oder ähnliche Medikamente verschreiben. Letztlich geht es nur darum ob Du einen Arzt findest der für Deine Beweggründe Verständniss aufbringen kann.
Re: Deutschland / München
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nosexatall (imported) wrote: Thu Jun 23, 2011 11:50 pm
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Ich begrüße es außerordentlich, daß sich auch einmal jemand zu Wort meldet, der diesen Schnitt (entschuldigung für den Kalauer) hinter sich hat. Die meisten von uns können ja eigentlich nur Theoretisieren.
Irgendwo spiegelt diese Diskussion die Doppelmoral der Gesellschaft wieder:
So ist ein Schwangerschaftsabruch innerhalb gewisser (zeitlichen) Grenzen möglich.
Auch kann sich "Frau" völlig legal des Ergebnisses eines "kleinen Verkehrsunfalles" entledigen. Und das auch noch anonym!
Nur setzt Man(n) diesem "Problem" schon vorher ein Ende, bevor oder besser: damit es erst gar nicht dazu kommen ka
nn, steht Man(n) vor nahezu unüberwindbaren Hindernissen
Diesen Vergleich zu Schwangerschaftsabbrüchen kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Eher aber zu den Zahlreichen Hysterektomien die jeden Tag durchgeführt werden. Ich bin mittlerweile absolut davon überzeugt, das die Kastration eines der größten Tabu`s in der Medizin darstelt und lediglich als allerletzte Option in Erwägung gezogen wird ( Prostata-/ Testiculäre Karzinome ). Hysterektomien wurden lt. einiger Berichte ähnlich wie Brustentfernung zum Teil aufgrund hereditärer Prädisposition durchgeführt. Eine Tatsache die auf den Mann bezogen sicherlich absolut undenkbar scheint. Meiner Überzeugung nach ist das freiwillige "Entmannen" in unserer Kultur schlichtweg undenkbar. Ich möchte sogar behaupten das Menschen mit diesem Wunsch sofort pathologisiert werden. Die Wurzeln dafür sind wahrscheinlich in der patriarchalischen Prägung zu suchen die wenn auch durch den Feminismus aufgeweicht immernoch tief verwurzelt ist in den Köpfen der Menschen lebt. Der Mann muss können.... und das bis in`s hohe Alter. Der Absatz Erektionsfördernder Medikamente steigt weiter von Jahr zu Jahr. Ähnliche Medikamente für die Damenwelt fristen ein Schattendasein. Allein sprachlich ist in diesem Zusammenhang sicherlich hervorzuheben das mir die Vokabel "Entweiblicht" noch ni
nosexatall (imported) wrote: Thu Jun 23, 2011 11:50 pm
e vor die Linse gekommen ist... Denkt mal darüber nach
Es sollte doch machbar sein, ein Medikament zu entwickeln, das zwar den gewünschten Erfolg liefert, aber bedeutend weniger und vor allem mit weniger gravierenden Nebenwirkungen behaftet ist. Dann hätte Man(n) wirklich eine freie Wahl.
Die Pille für die Frau gibt es ja bereits seit Jahrzehnten. Und die wird völlig legal ve
rschrieben!
Wie wäre es da mit der Pille für den Mann?
Du schmeisst da 2 Dinge in einen Topf die nicht zusammen gehören!
1. die Sterilisation / Fertilisationskontrolle
Bei der wie z.B. bei der Pille lediglich eine Schwangerschaft unterbunden wird. Da ist es auch für einen Mann ganz leicht machbar
2. die Kastration
Das entfernen der Hoden bzw. die chemische "Kastration" welche die Wirkung des Testosterons im Körper abmildert.
Zur Kastration bleibt mir als Resümee das es sich hierbei um einen tiefen Eingriff in den Körper handelt ( auf weiblicher Seite die Hysterektomie sicherlich nicht minder )! Ich habe meinen Körper durch mein Handeln klar geschädigt. Jetzt bin ich mir im Klaren darüber das ich mich lebenslang medikamentenabhängig gemacht habe. Ich substituiere allerdings Östrogene und akzeptiere die damit verbundene verweiblichung meines Körpers. Auslöser für den Kastrationswunsch war bei mir aber schon immer die mangelnde Identifikationsfähigkeit mit dem männlichen Geschlecht und mein Leiden unter dem damit verbundenen Sexualtrieb. Ich kann Sex nun auf eine völlig neue für mich stress-freie Art mit meiner Partnerin genießen. Ich bin zufrieden mit meinem nun recht androgynen Wesen. Es hat mich einiges an Überzeugungsarbeit gekostet und mir einige Wochen in der Ballerburg eingebracht bevor ich "meinen Weg" gehen durfte. Offiziell wurde ich durch die Schulmedizin als "transident" eingestuft. Eine Einschätzung die ich nicht 100% teile, letztlich aber akzeptieren muß um medizinische Unterstützung zu erhalten. Sicherlich ein prima Beispiel für das Schubladen-Denken was in der Medizin ( und nicht nur da ) vorherrscht!
Wir leben in einer Welt in der Informationen sehr schnell verfügbar sind. Durch die ablehnende Haltung der Medizin zu diesem Thema wird wahrscheinlich auf die Dauer nur erreicht werden das sich Betroffene wie hier zusammenrotten und gemeinsam Wege ebnen Ihre Vorstellungen zu realisieren. Ob man(n) letztlich bereit ist die damit verbundenen Risiken ein zu gehen ist somit nur noch eine Frage des rein subjektiv empfundenen Leidensdruck. Somit wird es eine große Herrausforderung für die Medizinerschaft in den nächsten Jahren werden Ethik und Moralvorstellungen den neuen gegebenheiten unserer Zeit an zu passen. ( Botox-Party`s, Gentechnik,Sterbehilfe etc. ) Den Trend zur medizinischen Selbstbestimmung aufzuhalten ist zwar der Wunsch vieler Ärzte aber letztlich völlig illusorisch ( siehe MP3`s und die Musikindustrie...)


"Wo ein Wille da ein Weg" gilt heute sicherlich mehr den je. Und sobald ein Bedarf erkannt wird wird es irgendwo irgendjemanden geben der bereit ist diesen zu stillen. ( z.B. Transgender Kliniken in Thailand) Auch unsere Ärzte leiden immer mehr unter dem Kostendruck der im System entsteht und sind immer mehr bereit sich als Dienstleister zu sehen. Der Trend ist klar vorgegeben... wobei sicherlich Deutschland eines der letzten Länder sein wird in dem diese Dämme brechen werden
Lieber Thread-Author,
ich hoffe Du verzeihst mir diese eher umfassende philosophische Betrachtung des Thema`s die sich hier entwickelt hat. Mit Deiner ursprünglichen Anfrage ( München ) hat das natürlich recht wenig zu tun.
Letztlich aber eine Form des Austausch zum Thema auch ohne sich im deutschen Museeum treffen zu müssen
Gruß Abrax